Berufsfachschule für Sozialassistenten

sozialhelfer

Berufsfeld

Sozialassistentinnen und Sozialassistenten leisten Unterstützung und Hilfe für Menschen in besonderen Lebenssituationen. Ihre Grundqualifikation besteht in der Assistenz zur selbstständigen Lebensführung hilfsbedürftiger Menschen.

Ihr Tätigkeitsfeld kann im Bereich der Familien- und Altenhilfe, der Behindertenhilfe sowie der Kranken- und Sozialhilfe liegen.

Zum Arbeitsbereich der Sozialassistentin / des Sozialassitenten gehören:

  • Hilfestellungen und Handreichungen bei allen anfallenden Aufgaben im Haushalt, z.B. Hilfe beim Einkauf, bei der Nahrungszubereitung, bei der Essensaufnahme...).
  • Hilfestellungen und Handreichungen beim Aufenthalt außerhalb der Wohnung, z.B. bei Arzt- und Behördengängen).
  • Hilfestellungen und Handreichungen bei der Teilnahme am kulturellen und sozialen Leben, z.B. bei der Freizeitgestaltung innerhalb und außerhalb des Hauses.
  • Niederschrift und Weitergabe von Beobachtungen, Anfertigen von Dokumentationen.

Dauer, Ausbildungsziel und Abschlüsse

Die Ausbildung in der zweijährigen Berufsfachschule für Sozialassistentinnen und Sozialassistenten setzt mindestens den Hauptschulabschluss voraus und ermöglicht jungen Menschen den Zugang zu sozialen Arbeitsbereichen und weiterführenden Bildungsgängen.
Die erfolgreich absolvierte Ausbildung beinhaltet ebenfalls die Qualifikation zur "Alltagsbegleiterin" / zum "Alltagsbegleiter".

Berufsabschluss:
Staatlich geprüfte Sozialassistentin / staatlich geprüfter Sozialassistent
Zusatzqualifikation: Alltagsbegleiterin / Alltagsbegleiter

Schulabschluss:
Es kann die Fachoberschulreife (mittlerer Bildungsabschluss) - eventuell mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe - erreicht werden.

Unterrichtsfächer

Der Unterricht erfolgt in folgenden Fächern:

Berufsbezogener Lernbereich
   Sozialpädagogik und Sozialpflege
   Praxis Sozialpädagogik und Sozialpflege
   Ernährung und Hauswirtschaft
   Praxis hauswirtschaftliche Versorgung
   Theorie und Praxis der Gesundheitsförderung
   Mathematik
   Englisch

Berufsübergreifender Lernbereich
   Deutsch/Kommunikation
   Religionslehre
   Sport/Gesundheitsförderung
   Politik/Gesellschaftslehre

Differenzierungsbereich
Der Differenzierungsbereich ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten ihren individuellen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend zu ergänzen, zu erweitern und zu vertiefen.
Hier werden, abhängig von den Ressourcen der Schule,  beispielsweise Fächer wie
   Wirtschafts- und Betriebslehre
   Datenverarbeitung
   Kulturtechniken
angeboten.

Zum berufsbezogenen Lernbereich gehören weiterhin Praktika im Umfang von 16 Wochen innerhalb Ausbildungsdauer von 2 Jahren, die in den Unterricht integriert werden.

Unterrichtsinhalte

Die Stundentafel gliedert sich in den berufsbezogenen und berufsübergreifenden Bereich. Die Unterrichtsinhalte werden schwerpunktmäßig in Form von Lernfeldern in theoretischen und praktischen Bereichen (Schwerpunkt: Pflege hilfsbedürftiger Menschen) der
   Gesundheitsförderung,
   Sozialpädagogik / Sozialpflege und
   Ernährung und Hauswirtschaft vermittelt.

Beispiele für Lernfelder, von denen berufsbezogene Lernsituationen abgeleitet werden, sind:
► Mein Berufsbild als Sozialassistentin/Sozialassistent.
► Möglichkeiten hilfsbedürftige Menschen z.B. Senioren, kranke und behinderte Menschen ihren Fähigkeiten gemäß professionell zu unterstützen und ihnen die Bewältigung ihres Alltags zu erleichtern.

Kosten

Schulgeld wird nicht erhoben. Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen besteht Lernmittelfreiheit. Ein Teil der Kosten für Lehrbücher ist nach dem Lernmittelfreiheitsgesetz selbst zu tragen. Kosten, die in Unterrichtsfächern mit praktischen Übungen entstehen, müssen selbst übernommen werden. Dies sind insbesondere Kosten für den Unterricht in Nahrungszubereitung, u. U. auch für die Vorbereitung praktischer Übungen in den Praktikumseinrichtungen. Außerdem entstehen Kosten für Kopien und evtl. für Berufskleidung.

Die Kosten für den - extern durchgeführten - Erste Hilfe Kurs und den erweiterten Erste Hilfe Kurs betragen jeweils ca. 30€ und sind selbst zu übernehmen.

Zur Durchführung der Praktika in der Senioren- und Behindertenhilfe ist die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses Pflicht. Die Kosten (ca. 13€) sind selbst zu tragen. Dies gilt ebenfalls für evtl. ergänzende Impfungen für das Krankenhauspraktikum.

Fahrtkosten werden nach den Verwaltungsvorschriften der Schülerfahrkostenverordnung erstattet.

Unterricht

Der Unterrichtsstoff in den verschiedenen Lernfeldern erfolgt im fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht sowie in den Praktika. Konkrete Lernsituationen aus dem beruflichen Bereich werden dazu vorgegeben. Ein wichtiges Ausbildungsziel ist der Erwerb professioneller Kompetenzen (= Fähigkeiten), die für den Beruf der Sozialassistentin/des Sozialassistenten wichtig sind, z.B.: Die Fähigkeit, die Ressourcen, Bedürfnisse und Gewohnheiten der zu betreuenden Menschen in seinem Arbeitsfeld zu erkennen und dies mit in die Planung des täglichen Berufsalltags einzubeziehen. Eine weitere wichtige Kompetenz ist es, mit Einzelnen und Gruppen von behinderten Menschen und ihren Angehörigen situativ angemessen zu arbeiten und zu kommunizieren.

Der Bereich "Theorie und Praxis der Gesundheitsförderung" ist ein wesentlicher Kernbereich. Vor der Ausbildungswahl sollte die Bewerberin / der Bewerber ein gutes Gefühl haben, z.B. auch fremde, alte oder kranke Menschen bei der Körperpflege einschließlich des Intimbereichs unterstützen zu können und weiteren Belastungen, die durch die Pflege von hilfsbedürftigen Menschen auftreten, standhalten zu können. Geeignet für diese Ausbildung sind Bewerberinnen / Bewerber mit Einfühlungsvermögen und der Fähigkeit, hilfsbedürftige Personen pflegen zu können.

Praxis

Vier Blockpraktika von insgesamt 16 Wochen (jeweils 4 Wochen) sind wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Die Lernfelder werden durch Praktika - z.B. in einem Seniorenheim bzw. einem Krankenhaus und einer Behinderteneinrichtung - erschlossen. Die Praktikantinnen und Praktikanten haben verbindliche Aufgaben zu erfüllen, ihre Betreuung erfolgt durch ihre Lehrkräfte. Die Praktikumseinrichtungen, die sich die Schülerinnen und Schüler selbst suchen, sind ebenfalls in der Region zu finden.

Arbeitsmarkt

staatlich geprüfte Sozialassistentinnen und Sozialassistenten sind durch ihre Ausbildung befähigt, Assistenz zur selbstständigen Lebensführung für Menschen in Privathaushalten, in stationären, teilstationären und ambulanten Einrichtungen der Kranken-, Familien-, Alten- sowie der Behindertenhilfe anzubieten.

Dieses Berufsfeld ist im Umfeld von Mönchengladbach bisher noch wenig bekannt. Im August 2003 haben die ersten Absolventinnen und Absolventen das Maria-Lenssen-Berufskolleg verlassen und sich dem Arbeitsmarkt gestellt. Viele haben anschließend weiterführende Ausbildungen in pflegerischen Berufen erfolgreich absolviert und den Beruf des Sozialassistenten als Grundlage für höher qualifizierte Ausbildungen genutzt. Einige haben sich beruflich neu orientiert.

Regionales Umfeld

Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule sind in Mönchengladbach und Umgebung wohnhaft.

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